Wenn die eigene Wohnung zur Hitze-Falle wird
- 10.08.2026 -
Diakonie bietet Schutz und Abkühlung für Menschen, die der Wärme nur schwer ausweichen können
„Ich wohne unterm Dach, das Haus ist schlecht isoliert. Hier im DiakoniePunkt ist es angenehmer – und ich bin nicht allein.“ Für Waltraud Henkel (81), Besucherin des DiakoniePunkt Konkordien, ist der Treffpunkt an heißen Tagen ein wichtiger Rückzugsort. Denn wenn sich die eigene Wohnung aufheizt, wird die Situation besonders schwierig für Menschen, die allein leben, wenig Geld haben oder kaum Unterstützung im Alltag bekommen. Wer der Hitze zu Hause nicht ausweichen kann, ist im Notfall zudem auf sich allein gestellt. Kühle Räume, Wasser und offene Türen können deshalb gerade für Menschen in schwierigen Lebenslagen einen wichtigen Unterschied machen. Verschiedene Einrichtungen der Diakonie Mannheim bieten bereits seit mehreren Jahren unkompliziert Möglichkeiten, der Hitze für einige Stunden auszuweichen.
Ein kühler Ort und kostenloses Wasser
Auch die Diakoniekirche Luther öffnet ihre Türen für Menschen, die der Hitze ausweichen möchten. Werktags von 9 bis 13 Uhr können Besucher im kühleren Kirchenraum verweilen und kostenlos Wasser bekommen. „Wir merken, dass die Menschen dieses Angebot gerade jetzt verstärkt nutzen“, berichtet ein Mitarbeiter des Mannheimer Arbeitslosenzentrums (MAZ). Besonders ältere und kranke Menschen sowie Menschen, die von Obdach- oder Wohnungslosigkeit betroffen sind, kommen hierher.
Auch im KinderKaufhaus Plus gehört Hitzeschutz inzwischen selbstverständlich zum Sommer dazu. Seit 2023 werden kostenlos Wasser und Sprudel ausgegeben und Trinkflaschen aufgefüllt. Ventilatoren sorgen für etwas Abkühlung, die Mitarbeitenden bieten Kundinnen aktiv Wasser und eine Möglichkeit zum Ausruhen an, bestätigt Tatjana Briamonte-Geiser, Leiterin des KinderKaufhaus. Im Jugendtreff Luzenberg suchen Jugendliche an heißen Tagen gezielt einen kühlen Aufenthaltsort. Kalte Getränke und Eis stehen kostenlos zur Verfügung. Auf der Dachterrasse können sie sich mit dem Gartenschlauch abkühlen. Die Mitarbeitenden passen ihre Angebote an die Temperaturen an und achten darauf, dass ausreichend getrunken und möglichst im Schatten aufgehalten wird.
Wenn die Hitze auch die Helfenden belastet
Die hohen Temperaturen sind nicht nur für Besucherinnen und Klienten eine Herausforderung. Auch Mitarbeitende in aufsuchenden Arbeitsfeldern sind der Hitze unmittelbar ausgesetzt. In der Sozialpädagogischen Familienhilfe sind die Fachkräfte täglich zu Familien unterwegs – mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Termine finden teilweise in sehr warmen Wohnungen statt und lassen sich nicht einfach verschieben. Die Hitze wirkt sich dabei spürbar auf Energie, Belastbarkeit und Konzentration aus. Infos unter: www.diakonie-mannheim.de (JeLa)