Graffiti-Aktion zum Gedenken an Walter Blum
- 26.02.2026 -
Fanprojekt Mannheim beteiligt sich am Jahresthema „Vereine und Verbände im Nationalsozialismus“
Im Rahmen des Internationalen Holocaust-Gedenkens setzte das Fanprojekt Mannheim mit Unterstützung des MARCHIVUM ein sichtbares Zeichen der Erinnerung: Ein Graffiti-Wandbild erinnert seit Kurzem an Walter Blum, der 1944 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde. Da sich das Gebäude, an dem das Wandbild angebracht wurde, im Besitz der Evangelischen Kirche befindet, wandte sich Tilo Dornbusch vom Fanprojekt im Vorfeld der Aktion an die Evangelische Kirche und ihre Diakonie. Dort stieß das Vorhaben auf offene Unterstützung. So konnte das Garagentor des Hauses als Ort des Erinnerns genutzt werden – ein sichtbares Zeichen dafür, dass historische Verantwortung und heutiges Engagement Hand in Hand gehen. „Die Aktion zeigt, wie wichtig es ist, historische Themen mit jugendlichen Fans zu verbinden“, sagt Martin Metzger, stellvertretender Direktor des Diakonischen Werks Mannheim. Den Impuls für ein dauerhaftes Gedenken gab das MARCHIVUM. Walter Blum lebte zeitweise im Mannheimer Quadrat R3. Sein letzter Wohnort befand sich im Quadrat F5. Das künstlerische Denkzeichen wurde im Bereich seines früheren Lebensumfelds umgesetzt.
Die städtische Gedenkfeier am Internationalen Holocaust-Gedenktag stand unter dem Motto
„Vereine und Verbände im Nationalsozialismus“. Der Sportkreis Mannheim wurde angefragt, da er Träger des Fanprojekts ist und entsprechende Kapazitäten zur Umsetzung eines Beitrags hatte.
Das Fanprojekt Mannheim – angesiedelt im Umfeld des SV Waldhof Mannheim – setzte die Idee als Graffiti um. Zu sehen ist ein in Grau, Weiß und Blau gestalteter Ausschnitt eines historischen Klassenfotos. Ganz links im Bild: Walter Blum, gemeinsam mit seinem engen Freund Ernst Michel. Michel überlebte Auschwitz und berichtete später über das gemeinsame Schicksal. Er wachte am Sterbebett seines Freundes, der 1944 an Tuberkulose starb.
Das Fanprojekt Mannheim – angesiedelt im Umfeld des SV Waldhof Mannheim – setzte die Idee als Graffiti um. Zu sehen ist ein in Grau, Weiß und Blau gestalteter Ausschnitt eines historischen Klassenfotos. Ganz links im Bild: Walter Blum, gemeinsam mit seinem engen Freund Ernst Michel. Michel überlebte Auschwitz und berichtete später über das gemeinsame Schicksal. Er wachte am Sterbebett seines Freundes, der 1944 an Tuberkulose starb.
Walter Blum wurde 1921 in Mannheim geboren. Sein Vater war Jude, seine Mutter freireligiös; Walter selbst war katholisch getauft. Nach dem frühen Tod der Mutter wechselte er mehrfach den Wohnort und lebte unter anderem in R3 sowie zuletzt im Quadrat F5. Seine Mutter war eine Großcousine des bekannten Mannheimer Fußballtrainers Sepp Herberger.
Schablonentechnik und VR-Technik ermöglichen künstlerische Umsetzung
Die künstlerische Umsetzung erfolgte mithilfe einer Schablonentechnik. Mittels einer VR-Brille wurde das historische Foto auf ein zuvor graues Garagentor projiziert und anschließend mehrschichtig mit Lack umgesetzt. Rund vier junge Erwachsene arbeiteten mehrere Tage an dem Wandbild. Tilo Dornbusch vom Fanprojekt betont: „Fanprojekte haben einen jugendhausähnlichen Charakter. Diese Aktion ist beispielhaft dafür, wie politische Bildung und kreative Ausdrucksformen zusammenwirken können.“
Seit über zwanzig Jahren gibt es rund um den Jahrestag der Befreiung von Auschwitz lokale Initiativen des Erinnerns. In diesem Jahr findet das Gedenken erstmals unter dem Schwerpunkt „Vereine und Verbände im Nationalsozialismus“ statt. (JeLa)
