Richard Brox lädt Bedürftige zum gemeinsamen Mittagessen in die Diakoniekirche Luther ein
- 09.07.2025 -
Pfarrerin Judith Natho und Martin Metzger, stellv. Diakonie-Direktor, dankten Richard Brox für seine Initiative. Martin Metzger betonte: „Andere zu erquicken, das ist unsere Aufgabe. Danke, Herr Brox, dass Sie das nicht nur sagen, sondern tun.“ Die Diakoniekirche Luther ist seit Jahren Anlaufstelle für Menschen in Not: für Wohnungslose, für Menschen, die unter Einsamkeit leiden, für all jene, die nicht mehr weiterwissen. Richard Brox, der selbst über 30 Jahre auf der Straße lebte, unterstützt die Einrichtung regelmäßig mit Lesungen und Spendenaktionen. Bereits im März hatte er 50 Portionen Jägerschnitzel mit „Spätzle“ und Gemüse gespendet – im Herbst plant er eine weitere Ausgabeaktion in der Diakoniekirche Luther.
„Es geht nicht um mich, es geht um Sie“
Ein warmes Essen, ein freundliches Wort, ein Ort der Gemeinschaft: Rund 80 bedürftige und wohnungslose Menschen kamen am Dienstagnachmittag in die Diakoniekirche Luther in Mannheim, um der Einladung von Richard Brox zu folgen. Der ehemalige Obdachlose und heutige Aktivist hatte anlässlich seines Geburtstags ein kostenloses Mittagessen organisiert – mit frischen Dampfnudeln der Bäckerei Grimminger und warmem Essen der Metzgerei Hauk. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen verteilte Brox persönlich das Essen: „Es geht nicht um mich. Es geht um die Menschen, die tagtäglich auf der Straße leben – und all jene, die in prekären Verhältnissen leben und kaum noch gesehen werden.“
Die Zahl der Wohnungslosen steigt – die Not wächst
Die Aktion von Brox gewinnt vor dem Hintergrund aktueller Zahlen besondere Bedeutung: Laut Statistischem Bundesamt leben aktuell rund 475.000 wohnungslose Menschen in Einrichtungen von Kommunen und Wohlfahrtsverbänden – acht Prozent mehr als im Vorjahr. „Ich komme schon seit fünfzehn Jahren hierher“, erzählt Ruth (72) aus der Schwetzingerstadt. „Was mich hält? Das warme Essen, die Gemeinschaft, das Dazugehören.“ Für Richard Brox sind solche Stimmen zentraler Antrieb: „Dieses Essen soll nicht nur satt machen. Es soll zeigen: Du bist gesehen. Du bist nicht allein.“
Bürgermeister Thorsten Riehle, der als Vertreter für die Stadt Mannheim zu Gast ist, sagt: „Richard Brox kennt das Leben auf der Straße wie kaum ein anderer. Sein Engagement erinnert uns daran, wie wichtig es ist, den Finger in die Wunde zu legen – und strukturell gegenzusteuern.“ Städte und Kommunen müssten gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden nachhaltige Lösungen entwickeln.
„Andere zu erquicken, das ist unsere Aufgabe“
Pfarrerin Judith Natho und Martin Metzger, stellv. Diakonie-Direktor, dankten Richard Brox für seine Initiative. Martin Metzger betonte: „Andere zu erquicken, das ist unsere Aufgabe. Danke, Herr Brox, dass Sie das nicht nur sagen, sondern tun.“
